Sterben ist nicht einfach

Sterben ist doof.

Gestern musste ich meine Katze einschläfern lassen.
Das ist richtig doof.

Menschen sterben.
Das ist noch trauriger.

Für mich ist grad am traurigsten,
dass meine Katze nicht mehr lebt.

Die Katze war sehr alt.
Fast 18 Jahre.
Sie hat lange gelebt und sehr gut gelebt.

Sie hat gern gekuschelt und viel geschnurrt.
Sie hat leckeres Essen geliebt.
Zum Beispiel Lachs.
Und Vanilleeis!
(Natürlich nicht so viel,
weil das nicht gesund ist.)

Manchmal hat sie einen Vogel gefangen.
Am besten konnte sie: Motten jagen!
Vor anderen Katzen hatte sie Angst.
Einmal ist sie auf einen Baum geklettert
und kam nicht mehr runter.
Ich musste rauf und sie holen.
Als wir wieder auf dem Rasen standen,
hatte ich überall Kratzer
von den Ästen und den Katzenkrallen.
Die Katze war heil
und hat witzig gegrinst.

Ihr Humor war ein bisschen komisch.
Manchmal hat sie Plastikflaschen umgeschubst
und dann unschuldig geguckt.
Morgens kam sie ins Bett
und hat mit der Pfote an meine Nase gestupst.
Sie wollte Frühstück.
Ich wollte schlafen.
Das fand ich nicht immer so lustig.

Viele Menschen hatten sie sehr lieb
und haben sie gestreichelt.
Und streicheln – das hat die Katze geliebt.

Zum Schluss war die Katze sehr alt und krank.

Gut am Tod ist,
dass man merkt:
Leben ist gut.
Vanilleeis ist lecker.
Humor ist meist lustig.
Bäume sind grün und rauschen im Wind.
Auch Motten sind schön
(wenn man genau hinguckt),
nachts flattern sie taktlos.
Am schönsten sind Katzen.
Ihr Schnurren macht mich sehr glücklich.

Das klingt einfach.
Vielleicht ist gut leben so einfach.

Nur sterben bleibt schwer und traurig und doof.

DCF 1.0
Viel Vanilleeis, keine Katze.
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