Warum heißen Schnecken so?

Auf der Buch·messe hat Lars Ruppel gefragt:
Wer kennt ein Tier mit „S“?
Einer aus dem Pub·likum rief: Ele·fant!
Sehr schlau, dachte ich.
Ele·fant hat sogar zwei „s“,
vorn im Rüssel.

Meine Lieblings·tiere haben auch ein „S“.
Falsch. Eigentlich ist es ein „Sch“.
Schweine nämlich.
Und Schnecken.
Und zwar die nackten.
Die ohne Häuschen.
(Katzen habe ich am aller·liebsten. Die haben ein „z“.)

Schweine kenne ich leider keine.
Schnecken schon.
Die wohnen in meinem Garten.
Die wohnen da – und fressen! Klar.
Die schönen Mar·geriten, ratz·fatz weg·geputzt!

Warum mag ich Schnecken?

Ein Kollege wollte mal cool sein.
Er sagte in die Runde: Am Wochen·ende fahre ich zu meiner Schnecke.
Er meinte: seine Freundin.
Sein Kumpel machte einen schlüpfrigen Spruch:
Is wohl ne Nackt·schnecke, deine Freundin?
(Witze mit „S“ und mit „Sch“ finde ich am besten.)

Seitdem sage ich, wenn ich eine Schnecke sehe,
zum Scherz mit cooler Kumpel·stimme:
Bist wohl ne Nackt·schnecke, mein Freund·chen?
(Ich will ja immer witzig sein und schlau.)

Bin ganz ausm Häuschen!,
scheint das Tier zurück·zusäuseln.
(Ein Witz mit „H“? Will die Schnecke etwa komisch sein?)
Und schon stürzt sich die Schnecke auf die Mar·gerite.
Ich höre sie quasi schmatzen.

Ihr Schweine·priester!,
denke ich.
Ihr Schurken! Schufte! Strolche!
(Schimpf·wörter mit „Sch“ sind die schönsten.)
Ihr schleimigen Scheißerchen!
Ihr Schiet·büdel!
Ihr Ar…
Ar…
Arm·leuchter.
(Sag ich doch: Mit „sch“ ist’s schöner.)

Ich nehm ein leeres Glas Oliven.
Mit Hammer und Nagel schlage ich Löcher in den Deckel.
Luft·löcher.
Dann sammle ich die Schnecken ein und stecke sie in das Glas.
Achtung!
Ich packe sie am Rücken. Am Bauch sind sie so schleimig.
In das Glas lege ich Löwen·zahn und Gras zum Naschen.
Schnecken mögen Regen.
Deshalb gebe ich auch zwei Tropfen Wasser in das Glas.

Ich suche weiter in der Mar·gerite.
Schwups! Eine Schnecke schleicht schnell aus dem Glas,
die Fühler forsch nach vorn gestreckt.
Ich stupse sie zurück und dreh den Deckel zu.

Das Glas ist voll mit Schnecken.
In der Mar·gerite sind jetzt keine mehr.
Abends trage ich das Glas zu einer Wiese um die Ecke.
Die Schnecken rollen sich alle ein.
Zwischen Gras und Löwen·zahn machen sie sich klein.
Auf der Wiese drehe ich den Deckel auf
und die Schnecken kommen alle raus,
erst die Fühler, dann der Rest.
Husch, husch, schnell rennen sie los.
Schneck, schneck, schon sind sie weg.
Im tiefen Gras verschwunden.

Nachts lese ich im Lexikon:
Nackt·schnecken sind Zwitter.
Mann und Frau in einem.
Wie schön, denk ich, so praktisch.
Schwul sein ist für die n Witz.
Und lesbisch auch.
Sex machen sie trotz·dem,
stunden·lang,
steht im Lexikon.
Dazu brauchen sie den Schleim.
Ich denk jetzt nix.
Ich geh ins Bett.

Am nächsten Morgen suche ich meine Mar·gerite.
Futsch! Die Blüten weg·genascht.
An den letzten Blättern klebt noch Schnecken·schleim.
Ihr Schweine·priester, ihr!

Die super schnellen Schleimer, schneckig sind sie nicht.

Eine Nacktschnecke will komisch sein.
Foto: Pixabay/Pixeleye

Eine sehr schöne Geschichte über Schnecken steht auf Einfach Wissen.
Einfach Wissen ist ein Blog über Wissenschaft in Einfacher Sprache.

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